Interview mit Christian Fischer, Gemeinderat

Christian Fischer, du engagierst dich seit bald vier Jahren im Gemeinderat. Was motiviert dich, weiterhin Verantwortung zu übernehmen?
Die Aufgabe, die Bevölkerung im Ressort Gesellschaft vertreten zu dürfen, erfüllt mich sehr. Die Vielfalt unserer Gemeinde und die generationenübergreifende Arbeit liegen mir besonders am Herzen. Es macht mir grosse Freude, Projekte zu lancieren, Menschen zusammenzubringen und konkrete Verbesserungen für unseren Alltag umzusetzen. Ich kandidiere erneut, weil ich Projekte nicht nur anstossen, sondern auch nachhaltig entwickeln möchte.

 

Fokus Jugend

Die Jugend ist eines deiner zentralen Themen. Warum ist dir dieser Bereich so wichtig?
Unsere Jugendlichen sind die Zukunft unseres Dorfes. Mir ist es wichtig, sie ernst zu nehmen, einzubeziehen und ihnen Raum zu geben. Wer sich früh mit seiner Gemeinde identifiziert, übernimmt später auch Verantwortung. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass junge Menschen nicht nur Angebote erhalten, sondern auch mitgestalten können.

Ein konkretes Beispiel ist die Jungbürgerfeier. Was steckt dahinter?
Ich wollte unsere jungen Erwachsenen stärker in den Dorfverbund integrieren. Zusammen mit der ZHAW und der Standortförderung Zürioberland habe ich deshalb das Projekt Jungbürgerfeier lanciert. Das Besondere: Die Feier wird gemeinsam mit jungen Menschen aus dem Dorf gestaltet. So entsteht Identifikation statt Pflichtprogramm – und ein echter Einstieg ins politische und gesellschaftliche Leben. Mehr Infos zur Jungbürgerfeier gibt es übrigens auf der von uns neu erstellten Webseite www.jungbärifeier.ch 

Du hast dich auch mit schwierigen Themen wie Alkohol und Littering befasst. Wie bist du das angegangen?
Mir war wichtig, nicht nur über Jugendliche zu reden, sondern mit ihnen. Deshalb habe ich nachts die Brennpunkte im Dorf besucht und das Gespräch gesucht. Daraus entstand die Initiative Bauwagen für unsere Dorfjugend, um den Jugendliche Raum und Verantwortung zu geben, statt nur zu verbieten.

Im März 2026 kommt eine neue Skateranlage. Warum war dir dieses Projekt wichtig?
Unsere alte Anlage entsprach nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. Statt sie einfach abzubauen, habe ich mich dafür eingesetzt, dass wir eine neue, moderne Skateranlage mieten und aufstellen können. Damit schaffen wir einen sicheren Treffpunkt und ein Angebot für unsere jungen Menschen.

Auch die Gesundheit der Jugend ist ein Thema für dich.
Ja, besonders der Schulabsentismus hat mich beschäftigt. Ich habe einen runden Tisch ins Leben gerufen, an dem Schule, Jugendarbeit und die gesamte Ärzteschaft beteiligt waren. Ziel ist es, früh zu sensibilisieren, gesundheitliche Probleme ernst zu nehmen und den Austausch zu fördern. Prävention beginnt mit Zusammenarbeit.

 

Fokus Senioren

Du setzt dich stark für Seniorinnen und Senioren ein. Was treibt dich dabei an?
Einsamkeit im Alter nimmt zu. Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam unterwegs sind. Deshalb engagiere ich mich für Angebote wie Altersnachmittag, Seniorenreise und den Senioren-Mittagstisch. Gemeinschaft schafft Lebensqualität – und genau die wollen wir fördern.

Ein weiterer Punkt ist die Zusammenarbeit mit der SPITEX.
Durch meine verbindende Art ist es gelungen, die Zusammenarbeit mit der SPITEX wieder zu intensivieren. Gute Pflege und Betreuung funktionieren nur, wenn alle Akteure vernetzt sind. Davon profitieren nicht nur die Seniorinnen und Senioren, sondern auch deren Angehörige.

 

Fokus Umwelt

Umweltpolitik spielt auch auf Gemeindeebene eine wichtige Rolle. Wo hast du angesetzt?
Ganz konkret bei der Einführung der Kunststoffsammelstelle. Recycling muss einfach und alltagstauglich sein. Zudem habe ich mich dafür eingesetzt, dass unsere Landluft frei von Industrie-Geruchsemissionen bleibt. Lebensqualität bedeutet auch saubere Luft und eine gesunde Umgebung.

 

Fokus Sport, Kultur und Gesundheit

Der FC Bäretswil war in einer schwierigen Situation. Wie konntest du helfen?
Durch mein Engagement für die Anpassung der Leistungsvereinbarung konnten wir die Basis für das Weiterbestehen des FC schaffen. Sportvereine sind mehr als Freizeitangebote – sie sind Treffpunkte, Integrationsorte und wichtige Pfeiler unserer Gemeinschaft.

Du förderst auch Freiwilligenarbeit. Weshalb?
Ohne Freiwillige funktioniert kein Dorf. Mit dem Pilotprojekt Freiwilligenarbeit und dem Anschluss an das Netzwerk Zeitgut Bachtel machen wir dieses Engagement sichtbar und fördern gegenseitige Unterstützung. Ein starkes Miteinander entsteht dort, wo Einsatz anerkannt und wertgeschätzt wird.

Auch Kultur und Würde haben in deiner Arbeit Platz – etwa bei Kirche und Friedhof.
Die Kirche soll ein attraktiver Ort der Begegnung bleiben. Darum habe ich mich für die neue Kirchenuhr eingesetzt. Ebenso ist mir der Friedhof wichtig: ein naturnaher, gepflegter Ort der Ruhe mit zeitgemässen Räumlichkeiten für würdige Abdankungen. 

 

Ausblick

Was möchtest du in der nächsten Legislatur besonders weiterentwickeln?
Ich möchte die generationenübergreifende Arbeit weiter stärken: Jugend fördern, Senioren einbinden, Vereine unterstützen und Umwelt sowie Gesundheit im Blick behalten. Mir geht es nicht um Einzelprojekte, sondern um ein Dorf, in dem man sich in jedem Lebensabschnitt zuhause fühlt.

Zum Schluss: Warum sollen die Wählerinnen und Wähler dir ihre Stimme geben?
Weil ich zuhöre, verbinde und umsetze. Ich arbeite lösungsorientiert, nah bei den Menschen und mit viel Herzblut für unsere Gemeinde. Ob Jugendliche, Familien oder Seniorinnen und Senioren – alle sollen sich hier in Bäretswil wohlfühlen und mitgestalten können.

 

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